SUBWAY TO SALLY hatten angedacht, mit „Himmelfahrt“ das letzte Album ihrer dreißigjährigen Karriere zu veröffentlichen. Das ergibt Sinn, waren die Zeitspannen zwischen den letzten drei Platten „Himmelfahrt“, „Hey!“ und „Mitgift“ recht groß. Umso erstaunlicher ist es, dass nur 1,5 Jahre später mit „Post Mortem“ unerwartet ein Nachfolger ins Haus steht. Laut Aussage der Band hat der Release von „Himmelfahrt“ eine solche Energie entfesselt, dass es weitergehen musste. Da stellt sich die Frage, ob „Post Mortem“ ein Schnellschuss oder eine gelungene Anspielung auf das verschobene Bandende ist.
SUBWAY TO SALLY sind noch lange nicht am Ende
Nach einem stimmungsvollen Intro legen SUBWAY TO SALLY mit „Phönix“ einen flotten „Wiederauferstehungs“-Song vor, der die Aussage der Gruppe, neues Blut geleckt zu haben, unterstreicht. Auch der folgende Titeltrack räumt mit seiner Textzeile „Totgesagte leben länger“ jeden Zweifel aus, dass es sich bei dem neuen Album der Folk-Institution um eine Erfolgsfortsetzung handelt. Hier zeigt sich eine reife Band, die nochmal richtig Bock hat.
Im weiteren Verlauf von „Post Mortem“ arbeiten sich SUBWAY TO SALLY durch einen Querschnitt ihres Könnens. „Nero“, „Unter Dem Banner“ und „Lumpensammler“ reihen sich problemlos ins Portfolio der Gruppe ein und „Herz In Der Rinde“ ist eine stimmungsvolle Halbballade, die wohlige Erinnerungen an vergangene Großtaten wie „Feuerkind“ weckt. Ein künftiger Livehit ist „Kummerkind“, dessen Textzeilen sich schnell im Hirn festsetzen. Ebenso ist „Eisheilige Nacht“ ein Setlistgarant für die gleichnamige Konzertreihe, die die Gruppe seit 15 Jahren organisiert.
„Stahl Auf Stahl“ nimmt eine Sonderposition in der Tracklist ein, denn hier arbeiten SUBWAY TO SALLY mit den WARKINGS zusammen. Dies geschah nicht unüberlegt, denn die untoten Götter mit SERENITY-Hintergrund sind Special Guest auf der diesjährigen Konzertreise. Das Stück vermischt den Power Metal der Könige mit dem klassischen SUBWAY-Folk. Der Tribune hätte ruhig auf Deutsch singen können, das hätte besser gepasst.
„Post Mortem“ ist kein Abgesang
Mit „Post Mortem“ liefern SUBWAY TO SALLY ein stimmiges, gutes Album ab, das ein paar künftige Livehits und wenig Füllmaterial bietet. Angesichts der starken Leistung wäre es schade, wenn dies das letzte Werk der Altmeister wäre, doch zeitgleich wäre es ein würdiger Abschluss.
Ehm… Und wie klingt das Album nun?