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Kaum ein Mensch kauft sich heutzutage noch ein Album aufgrund eines schönen Coverartworks, denn auf den kleinen CD-Formaten fällt ein Kunstwerk kaum mehr auf. Vielleicht klappt der Werbeeffekt aber wenigstens andersrum und man muss nur ein möglichst hässliches Cover draufschmieren, um beachtet zu werden. Sollte dem der Fall sein, müssten RAUNCHY verkaufsmäßig bald METALLICA überholen, denn ein so grässliches Frontgemälde wie auf „Wasteland Discotheque“ kommt einem nicht täglich unter die Augen. Aber wie heißt es so schön: „Don’t judge a book by its cover“…
Die Rasselbande aus Dänemark, einst als „Futuristic Hybrid Metal“ von den einen verehrt, als billige FEAR FACTORY-Kopie von den anderen verschmäht, hat sich spätestens mit dem 2006er-Album „Death Pop Romance“ gen schwedischem Melo-Death verabschiedet. Wobei Modern Metal die Sache wohl besser treffen würde, sofern man darin übereinstimmt, dass Bands wie IN FLAMES oder SOILWORK mit Death nicht mehr wirklich was zu tun haben. RAUNCHY setzen auf dem abermals bescheuert betitelten „Wasteland Discotheque“ den auf dem Vorgängeralbum eingeschlagenen Weg konsequent fort, sprich: Null Weiterentwicklung, aber mächtig unterhaltsam. Hier jagt ein catchy Song den anderen, der Pop-Appeal wird nahezu konsequent hochgehalten, die Keys laufen gelegentlich Amok (soviel zum FEAR FACTORY-Einfluss…), der Groove ist fett, die Gitarren satt, die Riffs prägnant, die Drums meist nervig-abgehackt und die Produktion halt typisch Modern Metal. Im Grunde genommen ist „Wasteland Discotheque“ eine Ansammlung an IN FLAMES-Singles, wobei der eine oder andere Track noch etwas eingängiger als der Rest geraten ist. Allen voran: Das mächtige „Warriors“! Bereits der Anfang schreit nach Tanzfläche, aber wenn man erstmal den Refrain gehört hat, weiß man, warum Metaldissen gebaut wurden. Nicht minder zappelig ist der wenig treffend getaufte Titelsong. Und wem das noch nicht genug an Tanzbarem war, kann sich danach gleich mit dem Cover des 80er-Synthie-Pop-Klassikers „Somebody’s Watching Me“ ins Nirwana dancen. Der Rest ist nicht weniger groovend; richtig hart und knackig ist hier allenfalls das mit geilen Riffs versehene „Straight To Hell“.
Eine knappe Stunde lang lassen RAUNCHY ordentlich die Fetzen fliegen und auch wenn das alles leidlich tiefgehend oder anspruchsvoll (ganz zu schweigen von originell) ist, macht dieses Album einen Höllenspaß, auch wenn ich „Death Pop Romance“ unterm Strich noch einen Tick Hit-verdächtiger fand. Gerade gegen Ende der Scheibe geht den Dänen ein ganz kleines bisschen die Luft aus, nichtsdestotrotz ist „Wasteland Discotheque“ ein Muss für jeden DJ und Modern-Metal-Verrückten.
Ich kann mich leider den Eindrücken des Rezepienten kaum anschließen. Zuerst einmal handelt es sich hier um ein 0815-Metalcore Album, das ich nicht dem MDM-Genre zuschreiben würde, wobei die Grenzen hier schwammig genug sind, als dass es sich lohnen würde, diese nochmals neu zu definieren. Zum anderen gibt es auf diesem Album zwar die vom Rezepienten angekündigten Melodien ohne Frage zuhauf – allerdings sind dies keine wirklich Neuen und leider auch nach dem dritten oder vierten Mal hören schlichtweg nervtötend. Nach den ersten 2-3 Durchläufen meinte ich zeitweise \\\"Still Remains\\\" herauszuhören, die sich mit ihrem neuen Langeisen \\\"The Serpent\\\" nun auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert haben. Nichtsdestotrotz springt die Band auf den (Metalcore-)Hype auf, ohne sich dabei jedoch völlig zu blamieren, da es mit Sicherheit auch hätte schlechter kommen können. 4/10
Velvet Noise war richtig geil,
Confusion Bay war zur Hälfte nervig, alles danach einfach nur langweilig, genau wie diese Platte… 08/15 Metalcore trifft’s…
aaaaaaaaaargh! wenn ich das schon hör:0815-metalcore…habt ihr eure ohren zugemacht als ihr die cd angehört habt,oder was?! raunchy beweisen mit "wasteland discotheque", dass sie eben genau NICHTS 0815 machen, sondern immer für überraschungen gut sind. außerdem kann man das eh nicht definitiv dem genre metalcore zuordnen.auch melodic-death-metal triffts nicht. also nennen wirs doch einfach mal modern metal. und genau das ist es auch, was raunchy hier auf dieser cd zelebrieren. gottverdammten modern metal,frei von irgendwelchen konventionen und musikalischen normen. diese musik macht einfach spaß und reißt mit. das review beschreibt das sehr treffend. also unbedingt reinhören und nicht von irgendwelchen miesmacher verunsichern lassen.
An die Genialität von Confusion Bay kommt Raunchy eh nicht mehr ran. Schmeißt diesen Sänger raus, Leute!
08/15-Metalcore am Arsch!