

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.
Im letzten Blast From The Past, der sich mit MORBID ANGEL befasste, ging es um die ’93er-Platte “Covenant”, den kommerziellen und kreativen Höhepunkt der ersten David-Vincent-Phase. Doch so erfolgreich, wie die Band vor reichlich 30 Jahren war, so sehr machten sich auch Risse im Bandgefüge bemerkbar. Besser gesagt: Risse im Gefüge zwischen Sänger/Bassist David Vincent und dem Rest der Band, der inzwischen durch Erik Rutan (HATE ETERNAL, CANNIBAL CORPSE) an der zweiten Gitarre verstärkt wurde. Vincent wollte musikalisch und textlich andere Pfade bestreiten, wie man an seinem kurze Zeit später veröffentlichten Projekt GENITORTURERS oder der katastrophalen MORBID-ANGEL-Reunion “Illud Divinum Insanus” sehen konnte. Diese Unstimmigkeiten merkt man auch dem vierten Album “Domination” von 1995 an – wenngleich längst nicht so stark, wie zu allen Zeiten gern behauptet wurde, denn das Album ist wesentlich besser als sein Ruf.
MORBID ANGEL wagen neue Wege …
Das größte ‘Problem’ auf “Domination” ist, dass das Songmaterial insgesamt wie eine gezähmte Version der “Covenant”-Songs klingt und ihnen das chaotisch-wahnsinnige Element etwas abgeht. Das dürfte an der erstmals digitalen Produktion von Bill Kennedy liegen, die nach heutigem Standard gar nicht negativ auffallen würde. Die Arbeit von Flemming Rasmussen auf dem Vorgänger ist im direkten Vergleich aber zu einzigartig und sorgte für das i-Tüpfelchen des Albums. Zudem war die Gesangsperformance von David Vincent auf den drei ersten Alben sicherlich stärker und kraftvoller.
Das ist natürlich alles Jammern auf hohem Niveau. Songs wie “Eyes To See, Ears To Hear”, “Nothing But Fear”, “This Means War” oder das wahnsinnige “Dawn Of The Angry” bieten immer noch mustergültigen, komplexen Death Metal. Selbst die keyboardlastigen Ambient-Einsprengsel in “Caesar’s Palace” oder “Hatework” haben einen gewissen Reiz. Betont werden muss hier, wie gut sich Erik Rutan bei MORBID ANGEL einfügt, denn eine gute Hälfte der Musik des Albums stammt aus seiner Feder. Diese Zusammenarbeit sollte fünf Jahre später auf “Gateways To Annihilation” noch ein Mal hervorragende Früchte tragen.
“Domination” – Ein Klassiker aus der zweiten Reihe
Vielleicht ist “Domination” nicht das erste Album, das man von MORBID ANGEL empfehlen sollte, aber es ist dennoch ein wertvolles Stück Death-Metal-Historie. Gerade dieses Album dürfte bei einer aktuellen Band wie BLOOD INCANTATION den größten Eindruck hinterlassen haben. Wirklich antastbar ist keines der ersten sieben Studioalben MORBID ANGELs – ja, auch nicht das weniger beliebte “Heretic”. In Bezug auf die Besetzung mit David Vincent an Gesang und Bass ist man nur mit den ersten drei Alben wesentlich besser bedient. Vom schlechten Witz “Illud Divinum Insanus” (2011) wollen wir natürlich gar nicht erst sprechen.
Alles is ja bekanntlich Geschmacksache…Dieses Meisterwerk ist für mich ein zeitloses Stück Death Metal Geschichte. Ein Album das nie seinen Reiz verliert und gegen alles was danach kam immer auf Augenhöhe bleibt ! Ich liebe diese Platte !!!
Das mit der geschmacksache stimmt… mir blieb einzig und allein die altars of madness…der rest konnte mich damals&heute nicht abholen… das sideproject terrorizer hats mir da schon mehr angetan