Love And Death - Perfectly Preserved

Review

LOVE AND DEATH waren ursprünglich lediglich die Touring-Band, mit der KORN-Gitarrist Brian Welch seine Solo-Ambitionen auf die Bretter bringen wollte. Seit 2013 ist Welch, der sich selbst als wiedergeborenen Christen sieht, nach seinem zwischenzeitlichen Ausstieg bei KORN wieder offizielles Mitglied der Band. Vielleicht durch die Corona-Zwangspause im Tagesgeschäft begründet, fand Welch nun kürzlich auch ganz offensichtlich wieder Zeit, zusammen mit unter anderem Jasen Raunch, seines Zeichens Gitarrist bei BREAKING BENJAMIN, das erste Album unter dem (aberwitzig generischen) Banner LOVE AND DEATH seit 2013 zu veröffentlichen.

Erzwungener Flashback in die Nu-Metal-Jugend

„Perfectly Preserved“ könnte auch eine Beschreibung für das hier musikalisch Gebotene sein (und nicht für die eingelegte Dame auf dem Cover, oder die textlich transportierten Gefühle tiefer Traurigkeit und Verzweiflung). LOVE AND DEATH erwecken den Spirit einer Jugend in den frühen 2000ern – aufgewärmt allerdings für die gealterte Fanbase von damals. Ein vertonter Flashback quasi, aber mit integriertem musikalischem Weichzeichner.

Das Psychotische, das den Reiz von KORN, COAL CHAMBER und Co. zu einem nicht unerheblichen Teil ausmachte, findet bei LOVE AND DEATH keinen Platz. Fast jeder tiefergestimmte, auch mal überschriene Staccato-Vers mündet in einem schmachtenden, glatten Post-Grunge-Refrain. „Perfectly Preserved“ klingt wie das, was es ist: Der Aufguss einer so prägenden wie verhassten Epoche durch einige ihrer deutlich gealterten zentralen Protagonisten, die mittlerweile zu Gott gefunden haben.

Ein Revival für den Nu Metal werden LOVE AND DEATH so nicht einleiten

Da gehört die Cover-Version von „Let Me Love You“ von DJ SNAKE und JUSTIN fucking BIEBER noch zu den unterhaltsameren Momenten  – wobei der Witz natürlich auch hier nach dem ersten Refrain auserzählt ist.

Nein, „Perfectly Preserved“ ist genauso innovativ und ehrlich, wie Bandname, Font und Dreads und Kajal an 50-jährigen weißen US-Amerikanern vermuten lassen.  Vielleicht war „Perfectly Preserved“ tatsächlich ein Herzensprojekt für alle Beteiligten. Ein Nu-Metal-Revival wird dieses Album allerdings ziemlich sicher nicht einleiten.

16.02.2021
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