Istapp - Sól Tér Sortna

Review

Soundcheck März 2025# 1 Galerie mit 12 Bildern: Istapp - Ragnarök Festival 2024

Pünktlich zum 20jährigen Jubiläum von ISTAPP veröffentlichen die Schweden ihr viertes Album „Sól Tér Sortna“.

ISTAPP wollen endgültig die Sonne verdunkeln

Die Melodic-Blackies von ISTAPP wollen sechs Jahre nach „The Insidious Star“ mit „Sól Tér Sortna“ die Sonne mittels ihrem Black Metal endgültig verdunkeln und die nächste Eiszeit einläuten:

„Eine der Menschheit unbekannte Macht lauerte in den tiefen, eisigen Höhlen von Orrekulle. Die Welt wurde von dem heimtückischen Stern und seinen Anhängern gequält, und die Lügen von Licht, Feuer und Leben verseuchten die Erde. Im Herzen von Blekinge, wohin die Sonne nicht vordringen konnte, errichtete Fjalar eine frostige Festung und begann, Soldaten für seine Armee der Kälte zu rekrutieren. Er rekrutierte die vier Kriegsherren Gjallar, Aurgelmir, Tizheruk und Skari und zog in den Krieg, um auszulöschen, was niemals hätte sein dürfen. Die Macht war nun als ISTAPP bekannt, und der Krieg, der die Welt verschlingen sollte, hatte gerade erst begonnen. Wenn die kalten Winde über die Erde fegen und die Schreie der sterbenden Anbeter der Sonne widerhallen, ist es zu spät für Reue.“ Der Lösungsansatz aus Blekinge gegen die Klimaerwärmung verspricht ewigen Winter.

Eiszapfen durch und durch

Nicht nur konzeptionell, auch musikalisch sind ISTAPP immer noch dieselben und bleiben Eiszapfen durch und durch. Dabei hat sich das Besetzungskarussell einige Male gedreht. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern ist nur noch Drummer Fjalar übrig. Sänger und Gitarrist Tizheruk (beide auch NECROPHAGOUS, ex-ENTRAILS) ist auch bereits seit 2014 der Band treu ergeben, während Gitarrist Aurgelmir und Sänger Gjallar seit 2022 und Bassist Skari seit 2023 Teil von ISTAPP sind.

Winter is coming

„Sól Tér Sortna“ enthält nordisch eiskalten, atmosphärischen, hochmelodischen und dennoch aggressiven Melodic Black Metal der klassischen Art, der sich wie ein Kälteschleier über alles legt. Lehrbuchmäßig vereisen ISTAPP abwechslungsreich flirrende Leads für hymnische Melodien, klirrend sägende Riffs und Tremolo-Picking, schwarzer eindringlicher Kreischgesang, akzentuierende, verspielte Keyboards und flinke Blastbeats der skandinavischen Melodic Black Metal-Schule der Neunziger mit heroisch schreitendem Midtempo, folkigen Melodielinien und hymnischen Klargesängen des epischen Viking / Pagan Metals.

ISTAPP leisten sich dabei keine wirklichen Aussetzer und sorgen mit einprägsamen Harmonie- und Spannungsbögen für beständige Eingängigkeit, hohe Hitdichte und frostige Härte. Das Ganze liegt irgendwo in der Schnittmenge von frühen DIMMU BORGIR, VINTERLAND, WINDIR, BORKNAGAR, VINTERSORG und TAAKE. Passend zum kalten Klangbild spielt der Bass eher eine untergeordnete Rolle.

Der Opener „Under Jökelisen“ beginnt episch heavy und sorgt gleich für Atmosphäre. Düstere, frostig melodische Gitarrenlinien stehen im Mittelpunkt, treibende, präzise Rhythmen, harsches Gekeife. ISTAPP typisch. Dann der epische Twist mit Keyboards, Klargesang, hymnisch folkige Melodien, VINTERSORG kommen in den Sinn. Das abwechslungsreiche, dynamische „Nifelheim“ bietet ebenso das Wechselspiel aus harschem, kaltem Black Metal und hymnischer Melodik, gutturalen und cleanen Vocals, dazu ein virtuoses Gitarrensolo. Das von einem atmosphärischen Intro mit schreienden Babys und irrem Gelächter eingeleitete „Grýla“ lebt von einer abgründig finsteren, ja unruhigen Stimmung. Hier tönen ISTAPP wirklich durch und durch böse mit dunklen Riffs und harschem Gesang.

Zu den weiteren Höhepunkten auf „Sól Tér Sortna“ zählt das majestätisch hymnische „Storm Av Is“ mit epischen Gesängen, die für Gänsehaut sorgen. Auch „Ragnarök“ glänzt mit einer epischen, folkigen Einleitung, gesprochene Passagen und rituelle Trommeln, die dem Stück zunächst einen cineastischen Charakter geben. Kreischgesang und Riffs, dann erhebt sich eine weibliche Stimme zum Folk Metal. Der Refrain ist wieder ISTAPP typisch mitreißend. Demgegenüber betont „Kallbrand“ wieder die harte, frostig aggressive Seite von ISTAPP mit Blast Beats, eisigen Riffs und packendem Refrain.

Verglichen mit den bisherigen Werken lassen ISTAPP auf „Sól Tér Sortna“ ein wenig mehr Melodie und Folk in ihren Sound einfließen. Die Produktion ist klar und druckvoll und unterstützt dabei die Wechselwirkung des kalten Black Metals, der Melodik wie der hymnischen Seite von ISTAPP.

ISTAPP – So dunkel wie eingängig

ISTAPP ist es mal wieder gelungen, mit dem stimmungsvollen „Sól Tér Sortna“ ein dunkles wie geradezu unverschämt eingängiges Album zu veröffentlichen. Gekonnt und stilbewusst vereinen die Schweden hier ungeniert die Kälte und Intensität des Melodic Black Metals mit griffiger hymnischer Epik und zugänglichen Melodien. Ein schwarzer Soundtrack voller Hits!

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28.02.2025

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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9 Kommentare zu Istapp - Sól Tér Sortna

  1. Se Wissard sagt:

    Pflichtkauf für mich. Istapp sind seit jeher ein Garant für Hit lastigen Melo Black und die Kindergeschichte mit der bösen Sonne ist auch nicht doofer als Blashyrkh und Co.

  2. Madsam sagt:

    Nachdem mir der Vorgänger, vor allen wegen der englischen Lyrics und „Winter ist coming“ zur Game of Thrones Hochzeit, sehr negativ aufgestoßen ist, wollte ich mir das neue Album fast nicht anhören.
    Aber wie der Zufall wollte, hatte ich gerade Zeit und die Premiere des Albums auf YouTube stand an.
    Nach dem ersten Durchhören muss ich aber sagen, dass ich froh bin, dem eine Chance zu gegeben zu haben. Es reicht nicht ganz an frostbiten ran, aber es wird mich doch einige Stunden erfreuen.
    Zum Glück wurde auf englische Lyrics diesmal verzichtet.

    8/10
  3. marcmorgenstern sagt:

    Besser geht melodischer Blackmetal nicht. Das Album läuft bei mir „rauf und runter“.

    10/10
  4. marcmorgenstern sagt:

    Das Album läuft bei mir „rauf und runter“. Besser geht melodischer Blackmetal nicht.

    10/10
  5. doktor von pain sagt:

    Aha. So, so.

  6. doktor von pain sagt:

    So, so. Aha.

  7. marcmorgenstern sagt:

    Die sehr mäßig programmierte Kommentarfunktion dieser Seite macht es einem gelegentlich Bewertenden hier halt auch nicht gerade leicht. Wenn ich es könnte, hätte ich den zweiten Kommentar wieder gelöscht, nachdem ich gesehen hatte, dass der erste es doch geschafft hatte und mit nun knapp über 50 Lebensjahren erinnerte ich mich beim „erneut Schreiben“ nicht mehr genau an den zunächst verfassten Wortlaut, auch wenn es nur wenige Worte gewesen waren. Aber danke für das aufmerksame Überwachen, wobei ich mir schon gedacht hatte, dass ein findiger Poweruser hier den Lapsus nicht unkommentiert lassen wird.

  8. doktor von pain sagt:

    Immer wieder gern. Aber mir ist das auch selber schon passiert, darum: einfach mit Humor nehmen.

  9. doktor von pain sagt:

    Das Album ist übrigens großartig, ich lege auf die Review-Wertung noch einen Punkt oben drauf.

    9/10