Decline Of The I - Wilhelm

Review

Die letzte Scheibe von DECLINE OF THE I konnte uns 2021 ziemlich überraschen – im positivsten Sinne. Seitdem sind fast vier Jahre ins Land gegangen, das Line-up bleibt aber stabil und auch sonst hat sich eigentlich nicht viel geändert. Mit „Johannes“ starteten die Franzosen um Mastermind A.K. eine neue Album-Trilogie, basierend auf dem Schaffen des dänischen Philosophen und Theologen Søren Kierkegaard, wie zu erwarten folgt jetzt mit „Wilhelm“ der zweite Teil. Also just more of the same?

DECLINE OF THE I – Verzichten auf Intro-Gehabe

Tatsächlich scheint der Beginn der Platte dies zunächst zu bestätigen, denn „L’Alliance Des Rats“ stößt in ein sehr ähnliches Horn wie sein Pendant „A Selfish Star“ auf der letzten Scheibe. Intro-Gehabe jeglicher Art fällt komplett weg, stattdessen wird direkt abgrundtief Finster los geblastet, das erste Wort was einem zu diesem furiosen Start in den Kopf kommt ist wohl: Infernalisch. Insofern liegt man nicht ganz falsch, wenn man vermutet, dass DECLINE OF THE I in jeglicher Hinsicht nochmal eine Schippe drauf gepackt haben. Die finsteren Parts sind noch finsterer, die atmosphärischen Stellen werden durch stärkere Unterstützung von Piano und Geige noch intensiver. Auch die zur Vorlage passenden, klerikal angehauchten Chöre sind wieder mit dabei.

Grundsätzlich gilt auf „Wilhelm“ noch etwas stärker, dass die Genrezuordnung Post-Black Metal immer weniger zu DECLINE OF THE I passen will, zu finster und zu aggressiv kommen weite Teile der Songs daher und auch der Wille zum Experimentieren kommt noch stärker durch. Avantgarde Black Metal trifft es wohl mittlerweile etwas besser. Dieser ufert noch weiter aus, vor allem elektronischen Spielereien wird sich noch stärker gewidmet, was z.B. in „Entwined Conondrum“ auch mal in Breakbeat-Passagen münden kann. Das geht sicher noch nicht so weit wie beispielsweise bei ORANSSI PAZUZU, dürfte aber dem ein oder anderen sauer aufstoßen.

Auch die auf dem Vorgänger bereits vorhandenen Dissonanzen kommen in allen instrumentalen Bereichen noch stärker zum Einsatz, werden aber immer wieder durch melodische Passagen, wie der traumhaften Gitarrenmelodie im Opener oder eben ausgedehnten Streicher-Passagen, gekontert. Das gelingt DECLINE OF THE I mittlerweile auch deutlich lockerer, ungezwungener als bislang. Auch hervorzuheben: Die Platte fällt im zweiten Teil weniger ab als noch „Johannes“, gerade mit „Éros N“ ist hier nochmal ein echtes Highlight enthalten.

Schwer verdaulicher Brocken – „Wilhelm“

Unter dem Strich drehen DECLINE OF THE I auf ihrem neuen Longplayer nur an einigen Stellschrauben – ziehen diese aber eigentlich in allen Fällen ordentlich an. „Wilhelm“ ist ein noch schwerer verdaulicher Brocken als sein Vorgänger geworden, wem also die Genre- und Tempowechsel dort schon nicht gefallen haben, der wird auch dieses Mal kein neuer Fan werden.

Vor allem in Sachen Ausbrüche, purer Aggressivität und Wall Of Sound sind die Franzosen noch ein Stück intensiver geworden, erinnern dabei manchmal an aktuelle Werke von BEHEMOTH, haben aber natürlich einen ganz anderen, künstlerischeren Ansatz. DECLINE OF THE I bleiben also extrem nischig, wer aber Bock auf experimentellen Black Metal hat, der trotzdem ordentlich Arsch treten kann, sollte hier unbedingt zugreifen.

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23.02.2025

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1 Kommentar zu Decline Of The I - Wilhelm

  1. Lysolium 68 sagt:

    Halleluja wie geil ist das Album denn!?

    10/10