Blitzkid - Apparitional

Review

Für BLITZKID-Fans kam die Nachricht sehr überraschend: Gründungsmitglied T. B. Monstrosity verlässt nach dreizehn Jahren seinen Posten als Gitarrist und Stimme einer der erfolgreichsten Horrorpunk-Bands der Welt. „Apparitional“ ist somit das letzte Album der Herren aus Virginia und wird sicherlich eine Umbruchphase in der Bandhistorie darstellen.

Dabei entwickeln sich BLITZKID bis zuletzt konsequent weiter. „Apparitional“ setzt zwar in den ersten Sekunden von „Head Over Hills“ hart und punkig ein, dreht sich dann aber blitzschnell zu einer Psychobilly-Nummer mit latentem Country-Einschlag um. Damit ist das Stück nicht nur ein flotter Opener, sondern auch Parabel auf die ganze Platte und die Entwicklung der Band. Weg vom Punkrock von „Trances Of A Stranger“, hin zu einer eigenständigen Melange aus vielen Traditionellen Rock’n’Roll-Stilen. T. B. Monstrosity und Argyle Goolsby brillieren dabei abwechselnd mit tollen Gesangsdarbietungen und flexiblem Bass- und Gitarrenspiel.

Die größte Stärke des neuen Albums sind allerdings seine wirklich gut und mit großem Sachverstand geschrieben Songs: „The Bat Whispers“ oder „They’re All Dead“ schreibt man nicht ohne ein beträchtliches Maß an Erfahrung. Leider können nicht alle Songs des Albums mit eben genannten Mithalten und so schleichen sich gerade in der Mitte des Langspielers einige Längen ein, die eigentlich nicht hätten sein müssen.

Trotzdem ist „Apparitional“ ein würdiger Abgesang auf einen tollen Frontmann und ein sicheres Zeichen, dass die verbleibenden BLITZKIDs noch lange nicht aufgeben werden. Wer allerdings den klassischen Horrorpunk früherer Tage erhofft, wird entweder enttäuscht werden oder auf etwas viel interessanteres stoßen.

20.03.2011
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